Gröning
Ausbau von Hygienemanagement und Produktion

03.07.2020 Die W. Gröning GmbH & Co. KG aus Westfalen, ein Hersteller von Polyethylenfolien, hat sich nach den „BRC Global Standards for packaging materials“ zertifizieren lassen. Mit diesem Schritt möchte das Unternehmen auch die Ansprüche seiner internationalen Kunden aus der Lebensmittelindustrie erfüllen. Zudem investierte der Mittelständler in den vergangenen drei Jahren vermehrt in den Ausbau seiner Folienproduktion.

V.l.n.r.: Matthias Becker-Gröning (Geschäftsführer), Wilfried Niederbremer (DQS Auditor), Kathrin Esper (Qualitätsmanagement), Thomas Junker (Leiter Qualitätsmanagement), Matthias Feldhoff (Technischer Leiter, Prokurist), Rudolf Kölling-Gröning (Geschäftsführer).
© Foto: W. Gröning GmbH & Co. KG
V.l.n.r.: Matthias Becker-Gröning (Geschäftsführer), Wilfried Niederbremer (DQS Auditor), Kathrin Esper (Qualitätsmanagement), Thomas Junker (Leiter Qualitätsmanagement), Matthias Feldhoff (Technischer Leiter, Prokurist), Rudolf Kölling-Gröning (Geschäftsführer).

Als Hersteller von Polyethylenfolien setzt die Firma Gröning aus Rheine-Mesum im Kreis Steinfurt seit 2009 auf einen hohen Hygienestandard. Denn das Unternehmen beliefert unter anderem die Lebensmittelindustrie. Bereits ein Jahr nach Inkrafttreten der DIN EN 15593, der ersten europäischen Hygiene-Norm für die Verpackungsindustrie, ließ sich der Mittelständler entsprechend zertifizieren. Der Status Quo wird seither jährlich überprüft und das Zertifikat im dreijährigen Turnus erneuert.

BRCGS-Zertifikat ist international anerkannt

Nun durchlief der Folienspezialist Ende April ein weiteres Audit. Und zwar gemäß den Anforderungen des „BRC Global Standards for packaging materials“ (BRCGS). „Wir haben in den vergangenen Jahren eine solide Grundlage für unser Hygienemanagement geschaffen. Daher werden wir die bisherige Zertifizierung nach DIN EN 15593 auch fortführen“, erklärt Matthias Becker-Gröning, einer der Geschäftsführer des Unternehmens. Viele Kunden aus der Lebensmittelbranche mit globaler Lieferkette seien jedoch BRCGS-zertifiziert und erwarteten dies auch von ihren Lieferanten. Die zusätzlichen Anforderungen des von der GFSI (Global Food Safety Initiative) international anerkannten Standards würden die bisherige Zertifizierung gut ergänzen. Zudem stärke man das Vertrauen der Kunden in die Hygiene, Produktsicherheit und Produktqualität.

Äußerst erfreulich sei das Ergebnis des Audits: „Wir haben gleich beim ersten Mal mit einem A-Zertifikat abgeschlossen – der zweitbesten von insgesamt fünf möglichen Klassifikationen“, freut sich Becker-Gröning. Dafür hat das Unternehmen zum Beispiel ein neues Umkleidegebäude errichtet, neue Hygieneschleusen installiert, Zugangsbeschränkungen erweitert und Abläufe in der Produktion angepasst. „Diese Investitionen zielen darauf ab, Prozesse und Produkte noch sicherer zu machen“, erklärt Thomas Junker, Leiter des Qualitäts-, Energie- und Hygienemanagements im Unternehmen. Hierzu zähle auch das Unterteilen der Betriebsfläche in neue Hygienezonen.

Hygienemanagement erreicht nächstes Level

Junker betont: „Viele der Punkte, die ein Hygiene-Audit erfordert, haben wir in den vergangenen Jahren bereits erfüllt. Ob das Analysieren von Gefahren und Risiken, das Überwachen der Produkte und Rückverfolgen in der Lieferkette, ob Reinigungspläne oder das regelmäßige Schulen unserer Mitarbeiter.“ Nun seien mit den Anforderungen des BRCGS weitere Punkte hinzugekommen. Sie ließen sich aber gut in den Produktionsalltag und in das Qualitätsmanagement einbinden. Ein spezielles Team aus Mitarbeitern verschiedener Abteilungen, unter der Leitung von Kathrin Esper aus dem Qualitätsmanagement, habe hierfür in enger Abstimmung mit der Geschäftsleitung gesorgt. „Auch, wenn der Aufwand zum Teil nun größer ist und sich manches noch einspielen muss, so zeigt sich doch schon jetzt, dass das Hygienemanagement deutlich profitiert. Und in einem Jahr, bei der nächsten Zertifizierung, wird sich zeigen, ob dann bereits eine AA-Zertifizierung möglich ist“, erklärt Kathrin Esper.

Matthias Becker-Gröning ergänzt: „Im Zuge des Audits wurde manches im Unternehmen umgestaltet. Doch nicht nur alleine deswegen. Nach dem Brand in unserer Glasgewebefertigung vor drei Jahren mussten wir die Textilproduktion nach 146 Jahren aufgeben. Deshalb haben wir gezielt in den Ausbau der Folienproduktion investiert.“ So gibt es ein neues Gebäude für den technischen Einkauf und den Versand. Das bestehende Verwaltungsgebäude ist um weitere Büros und das „Wilhelm Gröning Forum“ mit Kunden- und Veranstaltungszentrum erweitert worden. Ferner hat das Unternehmen neue Anlagen für die Folienextrusion und die Weiterverarbeitung angeschafft, um die Kapazität zu erhöhen. Auch die Anzahl der Beschäftigten ist mit 160 Mitarbeitern heute wieder ungefähr auf dem früheren Stand. Laut Becker-Gröning waren dies wichtige Entscheidungen. Denn gerade jetzt, in Zeiten der Corona-Pandemie, sei die Nachfrage nach Kunststoffverpackungen in der Lebensmittelbranche gewachsen. Er erklärt: „Hygiene, Sicherheit und Qualität von Produkten sind in der Folienproduktion daher noch wichtiger als zuvor. Wir glauben, dass sich die neue Zertifizierung damit doppelt auszahlen wird.“

www.groening.de
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