European Bioplastics
Austausch zwischen Industrie und Politik über die kommende Gesetzgebung

12.12.2022 Auf der 17. European Bioplastics Conference, die am 6./7. Dezember in Berlin stattfand, diskutierten Branchenexperten über die neuesten Innovationen im Biokunststoffsektor und trieben die Debatte über die jüngsten politischen Entwicklungen voran.

Die 17. EUBP-Konferenz in Berlin.
© Foto: European Bioplastics
Die 17. EUBP-Konferenz in Berlin.

Dazu gehörten insbesondere der erste politische Rahmen der Kommission für innovative Biokunststoffe sowie der Vorschlag für eine Verordnung für Verpackungen und Verpackungsabfälle (PPWR). Sowohl Experten als auch politische Entscheidungsträger waren sich einig, dass das regulatorische Umfeld für Biokunststoffe eine kontinuierliche enge Zusammenarbeit zwischen Industrie und Politik erfordert.

Vorreiterrolle der EU

In seiner Eröffnungsrede betonte Stefan Barot, Vorsitzender von European Bioplastics (EUBP), die Führungsrolle der Europäischen Union bei der Bewältigung der bestehenden ökologischen Herausforderungen. Er konzentrierte sich auf die Förderung einer Kreislaufwirtschaft durch die EU, um die Klimaneutralität Europas bis 2050 zu erreichen, und den Beitrag, den European Bioplastics zur Erreichung dieses Ziels leisten kann. "Biokunststoffe haben mit ihren Vorteilen an ihrem Lebensanfang und am Lebensende und ihren besonderen Materialeigenschaften viel zu bieten. Das gilt auch für die Industrie, die ein wichtiger Akteur in der technischen und politischen Debatte ist. Um ihr volles Potenzial zur Unterstützung der EU-Klimaziele und zur Förderung von Innovationen zu nutzen, braucht unsere Branche jedoch ein zukunftsorientiertes, klares und transparentes wirtschaftliches und regulatorisches Umfeld." Das abwechslungsreiche Konferenzprogramm, das sich mit Schlüsselthemen entlang der Wertschöpfungskette von Biokunststoffen befasste, untermauerte diese Aussage nachdrücklich. In zehn verschiedenen Sitzungen konzentrierten sich über 40 Redner und Moderatoren auf den Beitrag, den biobasierte, biologisch abbaubare und kompostierbare Kunststoffe zur Verwirklichung einer Kreislaufwirtschaft leisten können.

Die Konferenzsitzungen beleuchteten unter anderem bewährte Praktiken bei der Sammlung von Lebensmittelabfällen, zeigten neue Wege bei der Innovation von Biokunststoffen auf und boten eine globale Perspektive zur Normung. In der politischen Diskussionsrunde wurde die Rolle von besonders kompostierbaren Kunststoffen in der Kreislaufwirtschaft näher beleuchtet. Industrie und politische Entscheidungsträger waren sich einig, dass eine enge Zusammenarbeit notwendig ist, um ein angemessenes Umfeld für Biokunststoffe zu schaffen. In anderen Sitzungen diskutierten die Konferenzteilnehmer auch über die End-of-Life-Optionen von biobasierten und kompostierbaren Kunststoffen und deren Vorteile. Weitere Themen waren die jüngsten Fortschritte bei Verpackungen aus Biokunststoffen und innovative Anwendungen im Sinne der Nachhaltigkeit. Neue Daten zum European Bioplastics-Markt, die auf Untersuchungen des nova-Instituts basieren, gaben einen positiven Ausblick für die Biokunststoffproduktion. "Die weltweite Produktionskapazität für Biokunststoffe wird von rund 2,23 Millionen Tonnen im Jahr 2022 auf 6,3 Millionen Tonnen im Jahr 2027 deutlich ansteigen", sagte Hasso von Pogrell, Geschäftsführer der EUBP.

Hybrides Format

In diesem Jahr fand die führende Geschäfts- und Networking-Plattform für Biokunststoffe in einem Hybridformat statt und zog mehr als 360 Teilnehmer an. Über 300 Teilnehmer waren persönlich anwesend, während die übrigen Personen die Veranstaltung online verfolgen konnten. In der Konferenzausstellung präsentierten rund 30 Unternehmen und Institutionen die große Vielfalt an neuen Produkten, Materialien und Anwendungen. Innovation erfordert auch Forschung – daher umfasste die Konferenz eine Posterausstellung, in der 14 verschiedene Universitäten und Forschungsinstitute Projekte zum Thema Biokunststoffe präsentierten.

www.european-bioplastics.org
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