European Bioplastics
Einzigartige virtuelle Zusammenkunft

08.12.2020 Die 15. European Bioplastics (EUBP)-Konferenz fand vom 30. November bis zum 3. Dezember statt. Auch in diesem Jahr, nachdem die Konferenz auf ein virtuelles Format umgestellt wurde, setzte sie ihre Erfolgsgeschichte als führende Geschäfts- und Networking-Plattform für die globale Biokunststoffindustrie fort.

Francois de Bie bei der EUBP-Konferenz 2019 – dieses Jahr fand die Veranstaltung in einem virtuellen Format statt.
© Foto: European Bioplastics
Francois de Bie bei der EUBP-Konferenz 2019 – dieses Jahr fand die Veranstaltung in einem virtuellen Format statt.

Online begrüßte EUBP über 350 Teilnehmer aus 36 Ländern. Während vier aufregender Tage diskutierten Interessenvertreter aus der gesamten Biokunststoff-Wertschöpfungskette, darunter politische Entscheidungsträger, Produzenten, Marken, Akademiker und NGOs, darüber, was die Branche bewegt.

In seiner Eröffnungsrede setzte François de Bie, Vorsitzender von European Bioplastics (EUBP), den Rahmen, indem er die wichtige Rolle von biobasierten und kompostierbaren Kunststoffen in den Bemühungen der Europäischen Union um eine grüne Kreislaufwirtschaft hervorhob. "Viele der Green-Deal-Initiativen der Europäischen Kommission berühren Kunststoffe. Unsere Industrie bietet wichtige Lösungen an, die dazu beitragen, eine Kreislaufwirtschaft in Europa zu erreichen", sagte de Bie. Stefan Haas, CEO von TÜV AUSTRIA, dem Hauptsponsor der diesjährigen Konferenz, gratulierte EUBP zu ihrer 15. Ausgabe und widmete seine Begrüßungsrede der Bedeutung von Sicherheitsstandards: "Sicherheit und Gefahrenabwehr sind stark mit Nachhaltigkeit verbunden. Es wird in Zukunft keine sichere Welt geben, wenn wir uns nicht um Nachhaltigkeit kümmern."

Europäische Politik

Während der anschließenden politischen Sitzung diskutierten Experten aus dem Europäischen Parlament, der Europäischen Kommission und dem privaten Sektor die Rolle von Biokunststoffen in der Europäischen Union auf dem Weg zu einer Kreislaufwirtschaft. "Biokunststoffe können eine entscheidende Rolle bei der Bereitstellung von Innovationen spielen, und wir müssen einen stabilen Markt für sie schaffen", sagte die Europaabgeordnete Maria Spyraki. Ein klarer Rechtsrahmen wurde von den Diskussionsteilnehmern als überaus wichtig erachtet, um Verlässlichkeit bei der Entscheidungsfindung zu gewährleisten, nicht nur für die Biokunststoffindustrie, sondern für die gesamte Bioökonomie. Es herrschte auch allgemeine Übereinstimmung darüber, dass ein echter Systemwechsel hin zu einer Kreislaufwirtschaft die Beteiligung aller entlang der Lieferkette erfordern würde. Die Verbraucher wurden als wichtiger Motor des Wandels identifiziert. Die Notwendigkeit einer ausreichenden und effizienten Forschungsfinanzierung war eine weitere wichtige Erkenntnis, die auch in vielen anderen Konferenzsitzungen ein integrales Thema war. "Wir brauchen mehr Forschungsmittel, und wir müssen diese Investitionen für Innovationen rationalisieren, um eine Kreislaufwirtschaft zu erreichen", sagte Spyraki.

Weitere Podiumsdiskussionen zeigten, dass die Industrie große Fortschritte bei der Findung der geeigneten End-of-Life-Optionen für die Behandlung von Biokunststoffprodukten gemacht hat. Kompostierung und mechanisches oder chemisches Recycling werden als komplementäre Lösungen verstanden, abhängig von der jeweiligen Anwendung. Die neuen EUBP-Marktdaten bestätigten, dass die Biokunststoffindustrie die Herausforderungen der Covid-19-Pandemie erfolgreich gemeistert hat. Mit einer prognostizierten Wachstumsrate von 36 Prozent in den nächsten 5 Jahren werden Biokunststoffe immer mehr zum Mainstream. Die lebhaften Diskussionen rund um die Ökobilanz betonten die Komplexität des Themas sowie die Herausforderung, die vielen verschiedenen Wertversprechen von Biokunststoffen zu vermitteln.

Partizipation entlang der gesamten Wertschöpfungskette

Über 350 Teilnehmer aus 36 Ländern nahmen an der EUBP-Konferenz teil, die alle Interessengruppen entlang der Wertschöpfungskette von Biokunststoffen vertraten. Mit 12 Sitzungen auf der zweiten Konferenzbühne und 23 Ausstellern, die in der virtuellen Ausstellungshalle vertreten waren, konnten Unternehmen und Institutionen die hohe Vielfalt an neuen Produkten, Materialien und Anwendungen präsentieren.

www.european-bioplastics.org
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